Lydia Foote

Hier folgen nur die wichtigsten Tipps. Wer sich in dieses Thema weiter vertiefen möchte, sollte sich die einschlägige Fachliteratur zulegen. (siehe Literaturliste Internetprojekt paeonia von Herrn Dr. Burkhardt)

Pfingstrosen sind robuste Pflanzen, an denen Sie und eventuell noch Ihre Enkel lange Freude haben werden.

Einige Dinge sind aber zu beachten.

Die meisten von mir angebotenen Sorten und Arten sind in unseren Breiten völlig winterhart und benötigen keinen Winterschutz. Im ersten Winter nach der Pflanzung ist es ratsam Strauchpfingstrosen mit Tannen und Fichtenreisig abzudecken. Auch in den Folgejahren ist bei empfindlichen Strauchpfingstrosenensorten (Lutea-Hybriden und manche Suffruticosa), ein Schutz bei strengen Frösten (längere Zeit unter minus 15 Grad Celsius) empfehlenswert. An ein rechtzeitiges Entfernen vor dem Austrieb ist zu denken.

Staudenpäonien wollen nicht, wie die meisten anderen Stauden, nach einigen Jahren geteilt und umgepflanzt werden. Sie möchten möglichst ungestört über Jahrzehnte an ein und derselben Stelle wachsen. Dann entwickeln sie sich am besten und blühen am reichsten.
Müssen Staudenpfingstrosen doch aus irgendeinem Grund umgepflanzt werden, so müssen sie unbedingt geteilt werden. Zu große Pflanzenhorste entwickeln sich nur unzureichend und blühen meist sehr spärlich.

Standort / Boden

Die Pfingstrose benötigt, bis auf wenige Ausnahmen, einen überwiegend vollsonnigen Platz und erträgt durch ihre Speicherwurzel Trockenheit sehr gut.
Im ersten Jahr nach der Pflanzung ist jedoch ein Wässern in längeren Trockenperioden notwendig. Bei Strauchpfingstrosen ist eine Pflanzung im Halbschatten ebenfalls möglich, dann am besten in die Nachmittags- und Abendsonne.

Bedenken Sie bei der Pflanzung, dass sich Strauchpfingstrosen über Jahre hinweg zu einem mannshohen Busch entwickeln können.

Die Pflanzen gedeihen am besten auf humos-lehmigen gut durchlässigen Böden, stellen jedoch keine besonderen Bodenansprüche. Staunässe oder ein hoher Grundwasserstand ist aber unbedingt zu vermeiden.

Pflanzung

Staudenpfingstrosen

Höhere Sorten benötigen für ein ungestörtes Wachstum eine Pflanzfläche von ca. 80×80 bis 100x100cm. Niedrige Sorten etwa 60x 60 bis 80x80cm.
Lockern Sie die Erde in und um die Pflanzgrube gut auf. Wählen Sie die Pflanzgrube nicht zu klein (mindestens 50-60cm Durchmesser und zwei Spatenstiche tief).
Setzen Sie die Pflanze so tief ein; dass die Augen (Knospen) ca. 3cm hoch mit Erde abgedeckt werden können. Bei zu tiefem pflanzen blühen Sie nicht.
Gießen Sie gut an.
Bei undurchlässigen Böden ist eine Drainageschicht (Kies Sand) auf dem Boden der Pflanzgrube vorzusehen.
Wird in nährstoffarme sandige Böden gepflanzt ist auch eine Bodenverbesserung mit Humus und lehmigem Boden ratsam.

Strauchpfingstrosen

Die Strauchpfingstrosen benötigen je nach Wüchsigkeit einen Platz von mindestens 120x120cm bis 150x150cm.
Lockern Sie die Erde in und um die Pflanzgrube gut auf. Bei kleineren Veredlungen und Jungpflanzen die Pflanzgrube mindesten so groß wie bei den Stauden ausheben (50-60cm Durchmesser zwei Spatenstiche tief). Bei größeren Sträuchern die Pflanzgrube etwa ein Drittel größer als der Wurzelteller ist ausheben.
Setzen Sie die Pflanze so tief ein, dass die Veredlungsstelle mindestens 5-10cm unter der Erde liegt. Das ist überlebenswichtig, damit die Strauchpfingstrose aus dem Edelreis eigene Wurzeln bilden kann. Wird zu hoch gepflanzt, kann die Pflanze nach wenigen Jahren absterben.
(Mit dem Pflanzetikett markiere ich die Stelle, bis zu der die Pflanze in die Erde muss. Bitte vor dem Pflanzen das Etikett entfernen.)
Gießen Sie gut an.
Bei armen Böden führen Sie eine Bodenverbesserung wie bei den Stauden durch.

Pflege/Krankheiten

Wenn größere Trockenperioden auftreten, empfiehlt es sich, vor allem bei sehr leichtem sandigen Boden, in der Zeit vor und nach der Blüte zu wässern.

Als Vorsichtsmaßnahme vor der schlimmsten und verheerensten Pfingstrosenkrankheit der Päonienbotrytis oder auch Pfingstrosengrauschimmel (eine Pilzerkrankung) genannt, empfehle ich folgende Maßnahmen.

Pflanzung an sonnigen gut durchlüfteten Stellen. Sollte der Pilz trotzdem aufgetreten sein, bei Strauchpfingstrosen welke Zweige (meist im späten Frühjahr nach dem Austrieb) bis ins gesunde Holz zurückschneiden.
Bei Stauden die welken Stängel direkt an der Wurzelbasis rausreißen.

Strauchpfingstrosen brauchen im Allgemeinen keinen Rückschnitt, jedoch empfiehlt sich ein Reinigungsschnitt im Spätherbst (Nov. Dez.), wobei die Triebe bis zur ersten Knospe zurückgeschnitten werden ( nur die Pflanzenteile ohne Knospe!). Dabei kann vorbeugend auch das meiste Laub der Sträucher entfernt werden. Nach besonders harten Wintern (Temperaturen um die -20°) kann es bei den Strauchpfingstrosen insbesondere bei den etwas empfindlicheren Lutea-Hybriden vorkommen, dass die Endknospen und manchmal ganze Zweige zurückfrieren. Hier bitte den Austrieb abwarten (ca.  Ende März bis Mitte April) und dann bis in den nicht erfrorenen teil des Zweiges zurückschneiden ( die austreibenden Knospen in der Regel nicht  mit abschneiden da sie die Blüten bringen ).

Bei Staudenpfingstrosen werden die Stängel im Oktober / November, wenn sie langsam gelb und braun werden, möglichst dicht über dem Boden abgeschnitten.

Zur Zeit des Pfingstrosenflors empfiehlt es sich, die verwelkten Blüten (nicht das Laub), bevor die Blütenblätter abfallen, abzuschneiden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.

Alle entfernten Pflanzenteile gehören in die Mülltonne oder müssen entsorgt werden, weil sich die Pilzkrankheiten, bei einer Kompostierung durch den ausgebrachten Kompost, von neuem ausbreiten können.

Düngen

Das Düngen beschränkt sich vor allem auf die Zeit nach der Blüte. In dieser Zeit entwickelndie Pflanzen bereits den Flor für das nächste Jahr.
Besonders auf nährstoffarmen leichten Böden ist ein Düngen mit Komposterde oder kompostiertem gut verrottetem Stalldung zu empfehlen.
An Kunstdüngern sollte ein stickstoffarmer möglichst kaliumreicher Volldünger verwendet werden. Kalium fördert die Blütenbildung, Stickstoff begünstigt Pilzkrankheiten.